Kurzkettige Fettsäuren

Kurzkettige Fettsäuren, Short Chain Fatty Acids (SCFA), sind Fettsäuren, deren Ketten nicht mehr als sechs Kohlenstoffatome enthalten.

Was sind eigentlich kurzkettige Fettsäuren? Die Frage ist durchaus berechtigt. Oft hört man zwar von gesättigten, ungesättigten oder Omega-3-Fettsäuren, kurzkettige Fettsäuren (Short Chain Fatty Acids – SCFA) rücken aber erst seit neuestem in das allgemeine Interesse. Es sind Fettsäuren, deren Ketten nicht mehr als sechs Kohlenstoffatome enthalten und werden hauptsächlich durch die im Darm lebenden Bakterien gebildet, hier wiederum vor allem aus faser- und ballaststoffreicher Kost wie Früchten, Gemüse und Hülsenfrüchten. Je mehr faser- und ballaststoffreiche Nahrung wir zu uns nehmen, desto mehr kurzkettige Fettsäuren sind im Darm vorhanden. Die meisten kurzkettigen Fettsäuren, die etwa 95 % der Fettsäuren im menschlichen Körper ausmachen, sind:

  • Essigsäure (Azetat, 2 Kohlenstoffatome)
  • Propionsäure (Propionat, 3 Kohlenstoffatome) und
  • Buttersäure (Butyrat, 4 Kohlenstoffatome).

Kurzkettige Fettsäuren kommen häufig in Form ihrer Salze vor. Bei der Propionsäure sind dies z. B. Calcium- oder Natriumpropionat. Diese werden bei der Brot- und Gebäckherstellung verwendet und finden sich unter anderem in Malzgetränken und Bier. Sie entstehen auch beispielsweise bei der Reifung von Käse wie dem Emmentaler und dem Schweizer Käse. Über lange Zeit waren mittel- bis langkettige Fettsäuren im Zentrum öffentlicher und wissenschaftlicher Überlegungen. Erst in jüngster Zeit rückten kurzkettige Fettsäuren in den Fokus des wissenschaftlichen Interesses. Vorher hatten diese in der öffentlichen Wahrnehmung eine eher auch kritisch hinterfragte Rolle als Lebensmittelkonservierungsstoffe. Bereits seit einigen Jahren werden in der Wissenschaft im Wesentlichen mögliche positive Effekte von kurzkettigen Fettsäuren bei Tier und Mensch diskutiert. In den meisten Artikeln wird über die positiven Effekte auf die Darmflora bei der Aufnahme von Natriumpropionat beim Menschen berichtet. Ein Durchbruch, welcher eine völlig neue Sichtweise der Wirkung kurzkettiger Fettsäuren brachte, war die Erkenntnis über ihre hemmenden Wirkungen auf unerwünschte Entzündungsvorgänge im menschlichen Körper, z. B. bei Autoimmunkrankheiten. Auch bei der Regulation des Zucker- und Fettstoffwechsels spielen sie offensichtlich eine günstige Rolle.

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