Zink ist ein essenzielles Spurenelement, das für zahlreiche biologische Prozesse im menschlichen Körper benötigt wird. Eine besondere Bedeutung hat Zink für die normale Funktion des Immunsystems. Darüber hinaus trägt Zink unter anderem zu einer normalen DNA-Synthese, einem normalen Säure-Basen-Stoffwechsel und zur Erhaltung normaler Haut, Haare und Nägel bei.
Da der Körper Zink nicht selbst bilden kann, muss das Spurenelement regelmäßig über die Ernährung aufgenommen werden.
Was ist Zink?
Zink gehört zu den essenziellen Spurenelementen. Es ist nach Eisen mengenmäßig das zweithäufigste Spurenelement im menschlichen Körper und Bestandteil zahlreicher Proteine und Enzyme (1).
Zink ist an einer Vielzahl von Stoffwechselprozessen beteiligt. Es spielt unter anderem eine Rolle bei der DNA-Synthese, der Proteinsynthese und der Zellteilung. Außerdem ist Zink an der Regulation der Genexpression beteiligt und wird für die normale Funktion zahlreicher Enzyme benötigt (2,3). Damit ist Zink für viele grundlegende Prozesse im Körper von Bedeutung.
Welche Rolle spielt Zink für das Immunsystem?
Zink trägt zu einer normalen Funktion des Immunsystems bei. Dieser Zusammenhang ist als gesundheitsbezogene Angabe für Zink in der Europäischen Union zugelassen.
Zink ist an verschiedenen Prozessen beteiligt, die für die normale Funktion von Immunzellen relevant sind. Eine ausreichende Versorgung mit Zink ist daher ein wichtiger Bestandteil einer ausgewogenen Ernährung.
Bei einer unzureichenden Zinkversorgung können verschiedene physiologische Prozesse beeinträchtigt werden. Ein Zinkmangel führt häufig zu einem geschwächten Immunsystem, was sich in der Rückbildung der Thymusdrüse und der abwehrenden Zellen des Immunsystems, den Lymphozypten, widerspiegel (4,5).
Zinkmangel: Wer kann betroffen sein?
Der individuelle Zinkbedarf und die Versorgung können von verschiedenen Faktoren abhängen. Eine unzureichende Zufuhr kann beispielsweise auftreten, wenn die Ernährung langfristig nur geringe Mengen zinkhaltiger Lebensmittel enthält.
Zu den Personengruppen, bei denen eine unzureichende Zinkversorgung häufiger auftreten kann, gehören unter anderem:
- ältere Menschen
- Menschen mit einer überwiegend pflanzlichen Ernährung
- Personen mit bestimmten chronischen Erkrankungen, wie Leberzirrhose oder entzündlichen Darmerkrankungen
- Menschen mit einem erhöhten Bedarf oder einer eingeschränkten Aufnahme bestimmter Nährstoffe (4)
Ein tatsächlicher Zinkmangel sollte nicht allein anhand von Symptomen vermutet, sondern bei entsprechendem Verdacht ärztlich abgeklärt werden.
Zink in der Ernährung
Zink kommt sowohl in tierischen als auch in pflanzlichen Lebensmitteln vor. Zu den natürlichen Zinkquellen gehören beispielsweise:
- Fleisch und Fisch
- Milchprodukte
- Eier
- Hülsenfrüchte
- Nüsse und Samen
- Vollkornprodukte
Wie viel Zink tatsächlich aufgenommen wird, hängt nicht nur vom Zinkgehalt eines Lebensmittels ab. Auch die Zusammensetzung der gesamten Ernährung und die Bioverfügbarkeit spielen eine Rolle.
Eine abwechslungsreiche und ausgewogene Ernährung kann daher einen wichtigen Beitrag zur Zinkversorgung leisten.
Welche Wirkung hat Zink?
Zink erfüllt im Körper zahlreiche Funktionen. Für Zink sind in der Europäischen Union verschiedene zugelassene gesundheitsbezogene Angaben festgelegt.
Zink trägt unter anderem:
- zu einer normalen Funktion des Immunsystems bei
- zu einer normalen DNA-Synthese bei
- zu einer normalen Proteinsynthese bei
- zu einem normalen Säure-Basen-Stoffwechsel bei
- zu einem normalen Kohlenhydratstoffwechsel bei
- zu einem normalen Makronährstoff-Stoffwechsel bei
- zu einem normalen Fettsäurestoffwechsel bei
- zu einem normalen Vitamin-A-Stoffwechsel bei
- zu einer normalen Fruchtbarkeit und Reproduktion bei
- zur Erhaltung normaler Knochen bei
- zur Erhaltung normaler Haut bei
- zur Erhaltung normaler Haare bei
- zur Erhaltung normaler Nägel bei
- zur Erhaltung normaler Sehkraft bei
- zur Erhaltung normaler kognitiver Funktionen bei
- dazu bei, die Zellen vor oxidativem Stress zu schützen
- zu einer normalen Funktion des Immunsystems bei
- zur normalen Zellteilung bei
Diese Aussagen beziehen sich auf die normalen physiologischen Funktionen von Zink. Sie sind nicht mit Aussagen zur Behandlung oder Vorbeugung von Erkrankungen gleichzusetzen.
Zink als Nahrungsergänzungsmittel
Zink kann über die Ernährung aufgenommen werden. Nahrungsergänzungsmittel können eine zusätzliche Zinkquelle darstellen, wenn eine ausreichende Versorgung über die Ernährung nicht gewährleistet ist.
Bei der Supplementierung sollte auf die Dosierung geachtet werden. Eine langfristig sehr hohe Zufuhr von Zink ist nicht grundsätzlich besser und kann die Aufnahme anderer Mineralstoffe beeinflussen.
Wer bereits mehrere Nahrungsergänzungsmittel verwendet, sollte deshalb die Gesamtzufuhr berücksichtigen.
Zink und Immunsystem: Das Wichtigste zusammengefasst
Zink ist ein essenzielles Spurenelement mit zahlreichen Funktionen im menschlichen Körper. Es trägt zu einer normalen Funktion des Immunsystems bei und ist darüber hinaus unter anderem an der DNA- und Proteinsynthese, der Zellteilung sowie am Schutz der Zellen vor oxidativem Stress beteiligt.
Eine ausgewogene Ernährung liefert in vielen Fällen ausreichend Zink. Bestimmte Ernährungsweisen und individuelle Faktoren können jedoch die Zinkversorgung beeinflussen.
Quellen:
- Read, S. A., Obeid, S., Ahlenstiel, C., & Ahlenstiel, G. (2019). The Role of Zinc in Antiviral Immunity. Advances in nutrition (Bethesda, Md.), 10(4), 696–710. https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S2161831322004112?via%3Dihub; letzter Zugriff: 20.01.2025
- Lambert, S. A., Jolma, A., Campitelli, L. F., Das, P. K., Yin, Y., Albu, M., Chen, X., Taipale, J., Hughes, T. R., & Weirauch, M. T. (2018). The Human Transcription Factors. Cell, 172(4), 650–665.The Human Transcription Factors: Cell; letzter Zugriff: 12.02.2025
- Overbeck, S., Rink, L., & Haase, H. (2008). Modulating the immune response by oral zinc supplementation: a single approach for multiple diseases. Archivum immunologiae et therapiae experimentalis, 56(1), 15–30. https://link.springer.com/article/10.1007/s00005-008-0003-8; letzter Zugriff: 20.01.2025
- Himoto, T., & Masaki, T. (2018). Associations between Zinc Deficiency and Metabolic Abnormalities in Patients with Chronic Liver Disease. Nutrients, 10(1), 88. https://www.mdpi.com/2072-6643/10/1/88; letzter Zugriff; 20.01.2025
- Shankar, A. H., & Prasad, A. S. (1998). Zinc and immune function: the biological basis of altered resistance to infection. The American journal of clinical nutrition, 68(2 Suppl), 447S–463S. https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0002916523006251?via%3Dihub; letzter Zugriff: 20.01.2025